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Kirchenbauverein Herrmannsacker e.V.

Eine weithin sichtbare Kirche als prägendes Gebäude im Dorf war unsere Kirche schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Das wir eine Kirche ohne Kirchturm haben, hat sich schon für mindestens zwei Generationen in die Gedächtnisse eingeprägt, denn 1934 wurde der erst 1873 errichtete Turm abgerissen. Nur einige eingerahmte Fotos aus den 1920er Jahre in den Wohnzimmern der zumeist älteren Generation zeugen noch von dem einst imposanten Kirchturm.
1972 wurde die "Kirchentür verschlossen", erhebliche bautechnische Mängel führten dazu, finanzielle Mittel zur Sanierung waren aus verschiedenen Gründen nicht vorhanden.

Die Natur nahm sich der Kirche an. Witterungseinflüsse ließen das Dach zu großen Teilen einstürzen, Gestrüpp und Unkraut wucherten den Bau von außen regelrecht zu - dieser trostlose Anblick währte bis 1999.
Mittlerweile war die Kirchenruine dem Abriss freigegeben und man dachte über deren Finanzierung nach.

Scheinbar war erst jetzt die Zeit reif für Aktivitäten zur Rettung unserer Kirche. Innerhalb weniger Wochen formierte sich aus 12 interessierten Leuten am 16.09.1999 der Kirchenbauverein Herrmannsacker, der per 22.11.2001 als e.V. im Vereinsregister des Amtsgerichtes Nordhausen eingetragen ist.

Gemeinsam mit dem Architekten Manfred Friedrich begannen wir die notwendigen Planungen für die kommenden Jahre. Damit soviel wie möglich von der noch wenig vorhandenen historischen Bausubstanz erhalten und in die Sanierung einbezogen werdenkann, wurde schon im Herbst 1999 das Stütz- und Arbeitsgerüst eingebaut.
Dies war die Grundlage für alle Arbeiten der nachfolgenden Jahre und bleibt es auch noch für die Kommenden.
Der Plan der Kirchenrettung stieß natürlich nicht nur auf rückhaltlose Zustimmung im Dorf, viele kritische Stimmen sprachen von vergeudeten Aktivitäten und Finanzen. Aber das ist wohl immer so und an Entschlossenheit mangelte es uns damals und heute nicht. Ein "Zugpferd" für unseren Plan war und ist immer das Foto aus den 1920er Jahren, welches seit 1999 auch in meinem Hause hängt.

Nach der Dachstuhlsanierung über dem Chor und der Nordseite sowie unter dem Schutz des Stütz- und Arbeitsgerüstes konnten wir zum Tag des Denkmals 2001 unsere erste öffentliche Darstellung organisieren. Viele Dorfbewohner, aber auch viele Nordhäuser kamen zu diesem Tag in unsere Kirche, auch einige Skeptiker waren darunter, aber alle Besucher staunten über dieses enorme Holzbalkengerüst im Inneren der Kirche.

Respekt und Hochachtung vor dem schon Geschafften paarte sich zu den bisherigen Meinungen und Äußerungen. An diesem Tag entwickelte sich spontan eine Initiative, den noch offenen Westgiebel vor Weihnachten zu schließen. Das Holz wurde von der Gemeinde Herrmannsacker gesponsort, Kirchenbauverein, Kommunalgemeinde und Fa. Pappe legten Hand an und Anfang Dezember war der Giebel geschlossen.

Heilig Abend 2001 war dann die eigentliche "Wiederinbesitznahme" der Kirche durch unsere Dorfbewohner nach fast 30 Jahren, de Kirche war wirklich "brechend" voll und es kann wohl wirklich von einem historischen Gottesdienst gesprochen werden.

Mit gleichem Engagement ging es die nächsten Jahre weiter.


G. Knoblauch
Vorsitzender Kirchenbauverein